Donnerstag, 23. Mai 2013

DAF LF55-Glastransporter bei Glas Scholz


LF-Baureihe bietet hohe Nutzlast und Flexibilität im Einsatz

Der Flachglashersteller Glas Scholz im niedersächsischen Elbe setzt jetzt für die Ausliefertouren einen neuen DAF LF55 mit Hegla-Spezialaufbau und Heckladekran ein. Der 16-Tonner bietet trotz der umfangreichen Spezialausrüstung für den Glastransport eine unübertroffene Nutzlast, einen geringen Kraftstoffverbrauch und eine flexible Einsatzmöglichkeit.

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Im Glastransport sind Spezialisten gefragt. Das betrifft Mensch wie Maschine gleichermaßen. In Sachen Fahrzeug hat Dieter Scholz, Geschäftsführer der Glas Scholz GmbH in Elbe nahe Salzgitter, den DAF LF55 als Spezialisten für sich entdeckt. Das zweiachsige Fahrgestell für 16 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht und 5,35 Meter Radstand bildet die optimale Basis für seine Glastransporte. Damit die sicher und flexibel vonstattengehen können, verfügt der Verteiler-Lkw mit Hinterachs-Luftfederung über Glas-Spezialaufbauten von Hegla Fahrzeugbau. Dazu gehören Pritsche, Transportgestelle und Seitenreff für Einzelscheiben sowie Ladungssicherungselemente wie die C-Schienen im Boden. Den Ladekran PK 11001 am Heck steuerte Palfinger bei.

Der Allroundkran mit 5,7 Tonnen Hubkraft und 14,2 Meter Reichweite wiegt etwas mehr als eine Tonne und verfügt über eine kabellose Fernsteuerung. Mit ihm lassen sich nicht nur beladenen Transportgestelle auf- und abladen, sondern auch schwere Isolierglasscheiben gleich auf der Baustelle einsetzen. Dazu bestückt der DAF-Fahrer den Kran mit einer speziellen Sauganlage, die die Glasscheibe bis zum Einbauende sicher an Ort und Stelle fixiert.

Quer zur Fahrtrichtung passen insgesamt sieben Glasgestelle auf die 6,52 Meter lange Pritsche des DAF LF55. Jedes von ihnen kann beladen 800 bis 1.000 Kilogramm, in Ausnahmefällen sogar 1,5 Tonnen, auf die Waage bringen, was die 7,2 Tonnen Nutzlast des DAF voll ausschöpft. Muss Scholz mehr Isolier- und Sicherheitsglas zu Fensterfabriken, Metall- und Fassadenbauer oder anderen Handwerksbetrieben im Glasgewerbe transportieren, schickt der Glasbauer den DAF als Gliederzug mit einem 13-Tonnen-Anhänger auf Tour. Im Umkreis bis zu 350 Kilometer beliefert Glas Scholz seine Kunden im Werksfernverkehr. Bis nach Frankfurt/Main, Hamburg und Düsseldorf bringt das mittelständische Unternehmen seine Glasware.

Komfortables Arbeiten im DAF LF55

Die Lieferfahrten plant die Logistikabteilung von Glas Scholz ausschließlich als Tagestouren. Dem DAF LF55 reicht daher das kurze Tagesfahrerhaus. Auf Komfort muss der Fahrer nicht verzichten. Vom beheizbaren, luftgefederten Fahrersitz über Lenkrad mit Multifunktionstasten, Klimaanlage, Navigation, Telefon mit Freisprecheinrichtung bis hin zu Tempomat und CB-Funk lässt die Komplettausstattung keine Wünsche offen. Für den Antrieb sorgt der PACCAR GR210-Motor mit 286 PS und 1.020 Nm maximales Drehmoment zwischen 1.200 und 1.800 U/min.

Der 6,7 Liter große Sechszylinder-Dieselmotor erfüllt den strengen EEV-Standard, so dass das Fahrzeug mit grüner Umweltplakette unterwegs ist und problemlos in die Umweltzonen der Städte und Gemeinden einfahren darf.

Pluspunkt für Nutzlast und Fahrgestellhöhe

„Der DAF LF55 ist für mich das ideale Fahrzeug. Aufgrund seines geringen Leergewichts bleibt trotz der nötigen Spezialaufbauten für den Glastransport genügend Nutzlast. Letztendlich schultert der DAF bei gleichem Kraftstoffverbrauch zwei Tonnen mehr als die 14-Tonner in meinem Fuhrpark“, argumentiert Scholz. Für den DAF spreche auch die geringe Rahmenhöhe, die trotz der Standardbereifung mit 19,5-Zoll-Rädern für einen tief liegenden Pritschenboden und den problemlosen Transport extrem großer Flachglasscheiben sorge. Und schließlich sei auch die Hinterachse nur 2,35 Meter breit, was das Anbringen des Seitenreffs ohne Überschreitung der erlaubten Gesamtbreite von 2,55 Meter erleichtert. Die Fahrer loben vor allem den agilen Motor, die leichtgängige Schaltung, die gute Verarbeitung und die hohe Zuverlässigkeit des Fahrzeugs.

Anfang 1999 hat Dieter Scholz die Glas Scholz GmbH in Elbe gegründet und produziert seitdem Isolier- und Sicherheitsglas für Industrieanlagen, Bürogebäude und Privathäuser. Zuvor war der 58-Jährige viele Jahre in führenden Positionen in der Glasbranche tätig. Heute produziert Scholz Flachglasscheiben von Mini bis Maxi. Die größte Isolierglasscheibe wiegt bis zu einer Tonne und erreichen
Dimensionen von 2,7 mal 5,0 Meter. Sie entstehen auf modernsten Maschinen für die Glasherstellung, die in Summe rund 3,5 Millionen Euro gekostet haben.

Insgesamt fünf 12-, 16- und 19-Tonner im Einsatz

Pro Jahr fertigt die 26-köpfige Glas-Scholz-Mannschaft, von denen 17 in der Produktion beschäftigt sind, etwa 200.000 Quadratmeter Isolierglas. Die Hälfte davon kommt als Dreifachisolierglas auf die Baustellen. Insgesamt fünf Lkw mit 12 bis 19 Tonnen Gesamtgewicht, dazu passende Zentralachsanhänger sowie ein Transporter als Hochdachkastenwagen bringen täglich Flachglas vom Werk zu den Kunden. „Wer heute bis elf Uhr bestellt, bekommt übermorgen sein Wunschglas geliefert“, verspricht Scholz. Überkapazitäten im Markt würden solch hohe Flexibilität verlangen.

Zuverlässige Lkw bilden solide Basis im Glasgeschäft

Um sofort auf Kundenwünsche reagieren zu können, ließ Dieter Scholz alle Lkw mit GPS-Ortung ausstatten. Am Bildschirm im Büro ist er immer im Bilde, wo sich seine Schützlinge befinden. Das versetzt ihn in die Lage, bei Bedarf Fahrzeuge umzudirigieren, wenn ad hoc eine eilige Kundenbestellung hereinkommt.

Die schnelle Lieferfähigkeit erfordert ebenso zuverlässige Transporttechnik. Die Lastwagen und Anhänger lässt der Glasproduzent daher ausschließlich in Lkw-Vertragswerkstätten warten und reparieren. Den LF55 hat die DAF Truckport Hannover GmbH nach Kundenwunsch konfiguriert, bestellt und ausgeliefert. Wartung und Reparatur des holländischen Lkw inklusive der Auf- und Anbauten übernimmt der nahegelegene Vertragspartner im Verkaufsgebiet des DAF-Händlerbetriebes.

Bislang hat der DAF LF55 von Glas Scholz ohne Ausfall und Probleme seinen Dienst verrichtet. Zirka 60.000 Kilometer jährlich muss der Zweiachser für den Glashersteller in Elbe zurücklegen und dort mindestens die nächsten zehn bis zwölf Jahre im Einsatz bleiben. Bei „guter Führung“ in den nächsten Monaten sei nicht auszuschließen, dass weitere DAF LF55 den Fuhrpark der Glas Scholz GmbH verstärken. Denn schon bald steht weiterer Ersatzbedarf an.

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