Montag, 30. November 2015 | Frechen

DAF LF-Rettungsfahrzeuge


Helfer in der Not

DAF stärkt seine Kompetenz im Sonderfahrzeugbau. Für den fachgerechten Transport von Patienten bietet der führende Importeur in Deutschland jetzt verstärkt Rettungs- und Intensivtransportwagen auf Basis des kleinen Lkw DAF LF an. Insgesamt drei dieser speziellen Einsatzfahrzeuge hat DAF-Vertriebspartner Autohaus Wietholt in Dorsten bereits für Feuerwehr und Rettungsdienst auf den Weg gebracht.

Notfallrettung Kießling in Wuppertal mit ihrem DAF FA LF 210
2015-23-Rettungsfahrzeug

„Wir können, was andere nicht schaffen: Ein wendiges Rettungsmobil mit kleinem Wendekreis, niedriger Rahmenhöhe und automatisiertem Getriebe auf die Räder stellen, das Intensivpatienten schnell und sicher zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus bringt“, versichert Heino Schroeder, Geschäftsführer der DAF Trucks Deutschland GmbH mit Stolz. Zusammen mit dem Aufbauhersteller GSF Sonderfahrzeugbau hat sein Dorstener Vertriebspartner Autohaus Wietholt seit 2014 insgesamt drei Rettungs- und Intensivtransportfahrzeuge aufgebaut und an Kunden ausgeliefert. Als Basis dient der DAF LF mit rund 210 PS und 3,55 Meter kurzem Radstand. „Wir haben den Zuschlag bekommen, weil unser LF mit 71 Zentimeter die niedrigste Rahmenhöhe im Acht-Tonnen-Segment in Kombination mit Luftfederung an der Hinterachse und Automatikgetriebe bietet“, erklärt DAF-Verkäufer Erwin Kerkhoff, der das Projekt von Beginn an bei Autohaus Wietholt betreut und die enge Zusammenarbeit mit GSF im niedersächsischen Twist lobt.

Außerdem sei Wietholt in der Lage, Anbauteile wie Luftkessel, Tanks, Luftfiltergehäuse, Batteriefach sowie Elektroanschlüsse am LF-Rahmen ohne großen Aufwand zu verlegen oder anzupassen. Das ist unter anderem nötig, um den Zugang in den Kofferaufbau auch über eine Tür in der rechten Fahrzeugseite zu gewährleisten. Zusätzlich passt Wietholt individuell die Federung und Dämpfung des DAF LF dem Aufbaugewicht an.

„Den bundesweit ersten DAF LF im Rettungsdienst haben wir Mitte 2014 in den Dienst gestellt. Wir brauchten ein robustes Fahrzeug mit langlebigem Motor und standfesten Bremsen, um Notfallpatienten im Stadtgebiet und im Umland vom Unfallort in die Krankenhäuser zu transportieren“, sagt Stephan Jansen, Leiter Technik der Dorstener Feuerwehr. Seine Behörde ist im Rettungsdienst der Stadt eingebunden und fährt durchschnittlich zehn Einsätze am Tag. Inzwischen hat der erste 7,5-Tonner in Euro 5 rund 75.000 Kilometer ohne Beanstandungen absolviert. Seit Sommer 2015 unterstützt ein fast baugleiches DAF-Rettungsmobil mit Euro 6-Technik.

„Für ein Lkw-Chassis haben wir uns entschieden, weil die klassischen Rettungswagen auf Transporter-Basis dem harten Alltagseinsatz auf Dauer nicht gewachsen sind. Vor allem die Motoren und Bremsen dieser Fahrzeugklasse halten nicht lange genug durch“, begründet Jansen die Entscheidung. Für den DAF LF als Trägerfahrzeug spricht neben dem lieferbaren Automatikgetriebe, einer niedrigen Rahmenhöhe und der hinteren Luftfederung noch die Möglichkeit zur Ablastung auf 7,5 Tonnen Gesamtgewicht. Damit dürfen Fahrer älteren Semesters den DAF LF auch mit ihrem Pkw-Führerschein fahren. Außerdem lässt sich notfalls der kostspielige Spezialkofferaufbau mit seinem umfangreichen intensivmedizinischen Equipment von vorhandenen älteren Fahrgestellen auf den modernen DAF LF umbauen. 

Eine Kombination aus Rettungswagen (RTW) und Intensivtransportwagen (ITW) betreibt die Notfallrettung Kießling in Wuppertal mit ihrem DAF LF 210 FA seit Juni 2015. Das Fahrzeug nutzt der private Rettungsdienst für die Notfallrettung und den Krankentransport von stark adipöser Patienten, die aufgrund ihres erheblichen Körpergewichts nicht auf einer Standard-RTW-Trage transportiert werden können. „Mit herkömmlichen Rettungswagen auf Transporter-Basis stießen wir immer wieder an unsere Grenzen. Beim Transport von intensivmedizinisch zu versorgenden Adipositas-Patienten reicht der Platz im Kofferaufbau von Transportern oft nicht aus“, sagt Matthias Kießling, Inhaber der Notfallrettung Kießling.

Das DAF LF-Rettungsdienstfahrzeug besitzt mit dem GSF-Koffer einen breiteren Aufbau, der sich selbst für Patienten mit einer Körperbreite von mehr als 140 Zentimeter eignet. Raummaße, medizintechnische Ausstattung und Beladesystem entsprechen den DIN-Normen für RTW und ITW. Um intensivpflichtige Patienten sanft an Bord zu bringen, befindet sich am Fahrzeugheck eine Hebebühne mit maximal 1,5 Tonnen Tragkraft. Die Krankenhausbetten und Tragen im Patientenraum werden mittels Airline-Schienensystem befestigt. Dadurch lassen sich neben Intensivbetten auch verbreiterbare Fahrtragen mit höherer Belastungsgrenze sicher transportieren. „Einsatzbereit wiegt der DAF LF-Rettungswagen gut 6,5 Tonnen. Auch mit drei Besatzungsmitgliedern bleiben uns ausreichend Gewichtsreserven, um selbst 500 Kilogramm schwere Patienten transportieren zu können“, argumentiert Kießling für den Nutzlastriesen.

Seine Rettungsassistenten loben das große Day Cab-Fahrerhaus. In Schränken hinter den Sitzen können sie problemlos ihre Schutzausrüstung, Schutzhelme, lnfektionsschutzmaterial und persönliche Gegenstände verstauen. Teilweise wickeln die Wuppertaler Notfallretter im Umkreis von 80 Kilometern drei bis vier Adipositas- oder Intensiv-einsätze pro Tag ab. Das Sonderfahrzeug steht für Krankenhäuser, staatliche Institutionen oder Privatpersonen rund um die Uhr zur Verfügung. Nach einem halben Jahr Einsatzerfahrung zieht Kießling eine positive Bilanz: „Der optisch ansprechende DAF LF hat unsere Erwartungen erfüllt. Das Einsatzfahrzeug bietet einfaches Handling, Pkw-ähnlichen Fahrkomfort, viel Platz für die Patientenbetreuung und hohe Standfestigkeit.“ Außer der turnusmäßigen Wartung war kein weiterer Werkstattaufenthalt beim DAF Vertriebs- und Servicepartner Wietholt in Dorsten nötig. Das Konzept hat auch den Malteser Hilfsdienst in Siegen sowie den Arbeiter-Samariter-Bund in Berlin und Münster überzeugt. Alle drei Institutionen planen derzeit ebenfalls eine Anschaffung von Rettungswagen auf DAF LF-Basis oder haben das Projekt bereits auf den Weg gebracht.