- Erstes Lkw-Fahrerhaus ging am 5. Mai 1966 vom Band
- Achsenwerk kam 1971 hinzu
- Investitionen von € 650 Millionen in den letzten 10 Jahren
- Ausgezeichnet als „Factory of the Future“
- 2.000 Mitarbeiter, 400 belgische Lieferanten
60 Jahre DAF-Produktion in Belgien
Sechs Jahrzehnte industrieller Stärke, Innovation und Handwerkskunst
Sechzig Jahre nach Produktionsbeginn gehört DAF Trucks Vlaanderen zu den fortschrittlichsten Automobilherstellern in Europa. Was 1966 mit der Produktion von Lkw-Fahrerhäusern begann, hat sich zu einer hochmodernen Fabrik für Fahrerhäuser und Achsen entwickelt, die eine Schlüsselrolle im internationalen Produktionsnetz von DAF Trucks spielt. Mit kontinuierlichen Investitionen in Technologie, Nachhaltigkeit und Belegschaft nimmt DAF in Belgien eine wichtige Position in der Industrie ein.
Um die steigende Nachfrage an DAF-Lkw zu erfüllen, musste die Produktionsstätte Mitte der 1960er Jahre erweitert werden. Am Standort in Eindhoven gab es zwar genügend Platz, aber in der Region waren nicht genügend Arbeitskräfte verfügbar. DAF entschied sich daher für die belgische Region Kempen, in der nach der Schließung von Bergwerken und regionalen Diamantschneidewerkstätten eine große Zahl von Arbeitskräften zur Verfügung stand. Entlang der Autobahn A13 bei Oevel wurde eine Fläche von 400.000 m² erworben. Der Kaufvertrag wurde am Tag vor Weihnachten des Jahre 1964 unterzeichnet. Der Bau einer 12.000 m² großen Fabrik begann fast sofort, und das Werk wurde im ersten Halbjahr 1966 in Betrieb genommen.
„Made in Belgium“
Seit 1966 sind Lkw von DAF ein wichtiger Bestandteil von „Made in Belgium“ – am 5. Mai jenes Jahres liefen die ersten vier Fahrerhäuser vom Band. Wie schnell sich die Produktion ausweitete, zeigt sich allein an der Tatsache, dass bereits am 5. Juli das 1.000. Fahrerhaus von Oevel nach Eindhoven transportiert wurde. Am 26. August konnte DAF Vlaanderen stolz verkünden, dass sie bereits „jede Art von Fahrerhaus“ herstellen konnten. Inzwischen lief die neue Lackiererei bereits auf vollen Touren. Nachdem zwei beeindruckende Pressen von Müller am 1. Dezember von Eindhoven nach Belgien umgelagert wurden – ein Vorgang, der zwei Monate dauerte – wurde das Unternehmen wirklich „selbsttragend“. Schon wenige Monate später beschloss DAF, das Fahrerhauswerk zu erweitern, um sich auf die für 1968 bevorstehende Einführung einer ganz neuen Generation von Lkw mit revolutionären Kippfahrerhäusern vorzubereiten.
Auch Achsenproduktion nach Belgien verlagert
Die hohe Qualität der von DAF Vlaanderen hergestellten Fahrerhäuser war der Grund dafür, dass das schnell wachsende DAF-Unternehmen im Jahr 1971 auch das Achsenwerk von Eindhoven nach Westerlo verlagerte. Ein neues 13.000 m2 großes Werk wurde zur bestehenden Produktionslinie hinzugefügt, sodass sich die Fassade entlang der Autobahn auf beeindruckende 380 Meter verlängerte. Die Mitarbeiteranzahl stieg kontinuierlich in Richtung der 1000er-Marke.
Im Jahr 1985 wurden weitere umfangreiche Investitionen in DAF Vlaanderen getätigt. Zur Fahrerhauslackierung wurde ein komplett neues Werk gebaut – zu der Zeit das umweltfreundlichste in ganz Europa. Auch für das Achsenwerk erfolgten weniger als drei Jahre später umfangreiche Neuerungen, um die optimale Qualität und Leistung der Achsen sicherzustellen. Da DAF-Achsen intern entwickelt und hergestellt werden, sind sie immer exakt auf die individuellen Fahrzeugtypen zugeschnitten, um maximale Effizienz zu gewährleisten.
DAF-Lkw der neuen Generation
Die Investitionen in das DAF-Werk für Achsen und Fahrerhäuser wurden in den letzten zehn Jahren fortgesetzt. Tatsächlich wurden in den letzten 10 Jahren mehr als € 650 Millionen in Westerlo investiert, vor allem zur Unterstützung der komplett neuen Lkw-Generation, die in den letzten Jahren eingeführt wurde. Dies sind die ersten Lkw auf dem Markt, die von Grund auf neu entwickelt wurden und die die neuesten europäischen Vorschriften für Fahrzeuggewichte und -Abmessungen erfüllen. Die DAF XD, XF, XG und XG+ wurden zum „International Truck of the Year“ 2022 and 2023 gekürt und setzen neue Maßstäbe in puncto Effizienz, Sicherheit und Fahrerkomfort. Die elektrischen Varianten des XD und XF wurden 2026 mit dem renommierten Preis ausgezeichnet – und ihre Achsen und Fahrerhäuser werden ebenfalls in Westerlo hergestellt.
Beeindruckende Investitionen
Eines der markantesten Beispiele für die jüngsten Investitionen ist die Eröffnung einer neuen, modernen Lackiererei für Fahrerhäuser, die fast 150 Meter lang ist und 3.000 verschiedene Farben auftragen kann. Die hochmodernen Lackierroboter bieten ein Höchstmaß an Qualität und minimieren gleichzeitig den Farbverbrauch. Die Umweltbelastung war ein wichtiger Schwerpunkt bei der Entwicklung: Fortschrittliche Lackiersysteme konnten die Emissionen um 50% senken. Bei der Reinigung der Luft, die aus den Lackierkabinen austritt, kommen modernste Technologien zum Einsatz.
Zudem wurde ein komplett neues Fahrerhauswerk gebaut. Im Bereich „Karosserie“ arbeiten rund 145 Roboter nacheinander, um die weißen Fahrerhaus-Rohkarosserien vollautomatisch herzustellen. Anschließend werden sie im Bereich „Verkleidung“ nach Kundenspezifikation fertiggestellt. Ergonomie und optimale Arbeitsbedingungen wurden besonders berücksichtigt: Viel Licht, minimaler Lärm und höhenverstellbare Fahrerhäuser, um die Arbeit an ihnen zu erleichtern, sind nur einige Beispiele.
Im Achsenwerk wurden in den letzten zehn Jahren vollautomatisierte Produktionslinien eingeführt, um die Leistung zu steigern, die Qualität weiter zu verbessern und die Arbeitsbedingungen weiter zu optimieren. Die Achslackieranlage wurde komplett modernisiert, wobei moderne Roboter den Farbverbrauch und die Umweltbelastung drastisch reduzieren.
„Factory of the Future“
Gerade diese Kombination aus kontinuierlichen Investitionen in Technologie und Innovation sowie der starke Fokus auf Nachhaltigkeit und ergonomische Arbeitsumgebungen hat den belgischen Technologieverband Agoria 2024 dazu veranlasst, DAF Vlaanderen als „Factory of the Future“ auszuzeichnen.
Produktion auf Basis von Kundenbestellungen
Wie bei allen anderen DAF-Werken erfolgt die Produktion bei DAF Vlaanderen „sequenziell“ in Übereinstimmung mit dem Just-in-Time-Prinzip. Das bedeutet, dass Fahrerhäuser und Achsen zum exakt richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Reihenfolge (ausgehend von den Kundenbestellungen) an das DAF-Montagewerk in Eindhoven und an Leyland Trucks in Großbritannien geliefert werden. Das PACCAR Production System baut darauf auf, dass es immer Raum für weitere Verbesserungen gibt und dass die Mitarbeiter besser als alle anderen wissen, wie ihre Arbeit noch besser, intelligenter und effizienter erledigt werden kann.
2021 ging die dreimillionste in Westerlo produzierte Achse vom Band und in diesem Jahr wird DAF Vlaanderen sein anderthalbmillionstes Fahrerhaus herstellen.
„Fantastische Anerkennung“
„Sechzig Jahre Produktion in Belgien ist eine Hommage an die Generationen von Mitarbeitern, die DAF in Westerlo zu dem gemacht haben, was es heute ist: einem ultramodernen, zukunftsorientierten Produktionsstandort. Und natürlich ist es auch eine fantastische Anerkennung für unsere 2.000 Mitarbeiter und 1.000 Zulieferer, darunter etwa 400 in Belgien“, so Jos Habets, Mitglied des DAF-Vorstands und verantwortlich für die Produktion. „Dank ihres Engagements und ihrer Motivation sind wir in der Lage, Lkw zu bauen, die in puncto Zuverlässigkeit, Komfort und Qualität branchenführend sind. Mit unseren laufenden Investitionen in DAF Trucks Vlaanderen N.V. hat unser belgisches Werk eine vielversprechende Zukunft vor sich.“
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