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  • 4 Mai 2020
  • Eindhoven
  • DAF Trucks N.V.
 

DAF bietet Zusatzantrieb für die Baubranche

Neuer hydrostatischer Vorderradantrieb für die DAF Baureihe XF und CF vom süddeutschen Spezialfahrzeugbauer Paul.

DAF Trucks hat zusammen mit Paul Nutzfahrzeuge für seine Baureihen XF und CF einen eigenen hydraulischen Vorderradantrieb entwickelt. Die PXP (Paul Xtra Power) genannte Anfahrthilfe bildet eine perfekte Kombination aus Geländegängigkeit und Straßentauglichkeit. Der zusätzliche Vorderradantrieb basiert auf hydraulischen Radnabenmotoren von Poclain, liefert bis Tempo 20 maximal 12.800 Nm zusätzliche Zugkraft an den Vorderrädern und lässt sich bequem über einen Schalter im Armaturenbrett zu- oder abschalten.

 
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Sowohl die DAF CF als auch die XF-Baureihe ist mit dem hydrostatichen PXP (Paul Xtra Power) Frontantrieb verfügbar. DAF vertraut bei der Zurüstung auf den Spezialfahrzeugbauer Paul aus Vilshofen.
 

Nicht immer ist ein vollwertiger Allradantrieb nötig. Kurzzeitige Abstecher ins Gelände von Kiesgruben, Steinbrüchen oder Deponien mit unbefestigtem oder schneebedecktem Untergrund oder starken Steigungen lassen sich oftmals auch mit einem zuschaltbaren hydrostatischen Vorderradantrieb bewältigen, wie ihn DAF jetzt erstmals in Eigenregie mit Paul Nutzfahrzeuge in Vilshofen entwickelt hat und für seine CF- und XF-Sattelzugmaschinen anbietet.

Paul - Qualitätsgarant bei Achsmodifikationen

Mit dem Spezialfahrzeugbauer Paul aus Vilshofen an der Donau hat DAF einen renommierten Branchenspezialisten an seiner Seite „Die Paul Nutzfahrzeuge GmbH ist ein international agierender Sonderfahrzeughersteller und zählt zu den europäischen Marktführern in diesem Segment. Branchen- und anwendungsspezifische Neuentwicklungen, Chassisumbauten, Achsmodifikationen, Elektrifizierungen und Spezialkonfigurationen an Nutzfahrzeugen sind die Kernkompetenz des mittelständischen Familienunternehmens. 

PXP kommt als einziger ohne zweiten Hydraulikkreis für Nebenantriebe aus

Um bei hoher Kraftentfaltung bis zu 6.435 Nm pro Rad einen geringen Systemdruck zu realisieren, wählte DAF den größten Hydraulikmotor im Markt. Der verfügt über ein Hubvolumen von 1.248 Kubikzentimeter, woraus ein Systemdruck von maximal nur 360 bar resultiert. Der Vorteil liegt dabei auf der Hand: Ein niedriger Arbeitsdruck verringert die Belastung von Bauteilen wie Dichtringen oder Hydraulikschläuchen, verringert den Verschleiß und erhöht die Standfestigkeit. Auch setzt DAF mit Paul Xtra Power als Einziger im Markt auf einen offenen Hydraulikkreis mit einer direkt am Motor-Nebenantrieb angeflanschten Load-Sensing-Hydraulikpumpe. Das erspart eine separate Hydraulikanlage, falls aufgebaute Geräte wie Kräne, Abroller oder Absetzkipper hydraulisch betrieben werden müssen. Durch den platz- und gewichtssparenden Direktanschluss der LS-Pumpe am Motor gibt es bei Schaltvorgängen keine Zugkraftunterbrechung des Frontantriebs und auch keine lärmerzeugende Antriebswelle.

Kompakte PXP-Zurüstung

Zusätzlich zu den Poclain-Radmotoren und der LS-Hydraulikpumpe braucht es noch einen Ölvorratsbehälter, einen Ölkühler mit Lüfter und einen Steuerblock für die Hydraulikventile. Alle diese Bauteile sitzen platzsparend in einem kompakten Modul (ca. 800 x 800 x 600 mm) am rechten Fahrzeugrahmen vor der Hinterachse. Nur die elektronische Steuereinheit mit der Software von Paul befindet sich separat im Fahrzeugelektrikfach in der Kabine, wo sie mit dem CAN-Bus des DAF verbunden ist. Das Mehrgewicht für den PXP inklusive 55 Liter Hydrauliköl beträgt lediglich 540 Kilogramm. Automatische PXP-Aktivierung bei Schlupf an der Hinterachse.

Benötigt der Fahrer den zusätzlichen Antrieb der Vorderräder drückt er bei Bedarf im Cockpit den Schalter mit dem PXP-Symbol und aktiviert damit den hydraulischen Radantrieb. Im Zentraldisplay zeigt ein gelb blinkender Hinweis den Stand-by-Modus an. Zusätzlich leuchtet eine kleine grüne Kontrolllampe im Schalter selbst auf. PXP ist einsatzbereit. Erkennt das Fahrzeug beim Druck aufs Gaspedal leichten Schlupf an der Hinterachse, starten die in den Radnaben der Vorderräder integrierten Hydraulikmotoren automatisch ihre Arbeit und leistet wertvolle Unterstützung, um kraftvoll, sanft und zügig voranzukommen. Gleichzeitig leuchtet das gelbe Piktogramm in der Anzeige dauerhaft und signalisiert dem Fahrer damit den aktiven PXP-Eingriff.

Die Drehbewegung der Radnabenmotoren entsteht, indem ein Teil der sternförmig angeordneten Zylinder mit Druck beaufschlagt wird, während gleichzeitig bei den restlichen Zylindern das Öl abfließen kann. In den unter Druck stehenden Zylindern bewegt das Öl die Kolben nach außen. Ihre Kolbenrollen drücken dabei gegen den drehbaren Nockenring mit wellenförmiger Kontur und erzeugen so das Drehmoment am Rad. Je höher der Schlupf hinten, desto stärker arbeitet der Zusatzantrieb vorn. Das sorgt für einen harmonischen Fahrverhalten ohne aktiven Eingriff des Fahrers. Lässt das Durchdrehen der Hinterräder nach, nimmt PXP den Hydraulikdruck an der Vorderachse automatisch zurück. Auch bei Gangwechsel agiert das System selbsttätig und passt sich an die Zugkraftunterbrechung des Lkw an. Die Antischlupfregelung ASR ist bei zugeschaltetem PXP automatisch deaktiviert.

Bis Tempo 20 und bis zum 4. Gang aktiv

Das PXP-System kann bei Vorwärtsfahrt in den ersten vier Gängen sowie im 1. und 2. Rückwärtsgang genutzt werden. Bei Fahrzeugen mit dem PACCAR MX-13 arbeitet es mit Motordrehzahlen bis 1.750/min. Ab einer Geschwindigkeit über 20 km/h sowie ab dem 5. Gang schaltet PXP auf Stand-by, bleibt aber im Bereitschaftsmodus aktiv. Sobald das Tempo wieder unter die 20-km/h-Marke sinkt oder das automatisierte Traxon-Getriebe bis in den 4. Gang zurückschaltet, meldet sich PXP zurück und schreitet selbsttätig erneut zur Tat. Natürlich kann das System vom Fahrer auch im manuellen Schaltmodus genutzt werden, was in der Praxis auch der bevorzugte Einsatz ist. Erst wenn der Fahrer per Tastendruck im Armaturenbrett den hydrostatischen PXP-Antrieb dauerhaft abschaltet, deaktivieren sich die Radialkolbenmotoren in den Radnaben komplett und wechseln in den Freilauf. So treten kaum Schleppverluste auf, was den Treibstoffverbrauch auf den längeren Transportstrecken deutlich minimiert. Diesen Effizienzvorteil bietet PXP im Gegensatz zu einem klassischen Offroadfahrzeug mit Allradantrieb.

PXP – perfekt auf DAF CF und XF abgestimmt

Der neue hydraulische Vorderachsantrieb PXP eignet sich derzeit für 430 bis 530 PS starke DAF FT 4x2-Sattelzugmaschinen. Weitere Achskonfigurationen und Fahrgestellvarianten folgen noch in diesem Jahr. Voraussetzung für den Zusatzantrieb sind Motor PTO auf 13-Uhr-Position, automatisiertes ZF-Traxon-Getriebe, verstärkter Vorderachskörper mit Parabelfederung sowie mindestens 900 Millimeter Bauraum seitlich rechts am Rahmen für die kompakte Komponenteneinheit. Für den PXP-Antrieb bestellt der DAF-Händler im Werk ein Standardfahrzeug nach definierter Spezifikation. Darauf aufbauend rüstet Paul Nutzfahrzeuge den DAF-Lkw in Vilshofen mit dem eigenständigen PXP-System aus. Die Umbauzeit beträgt etwa zehn Tage. Um alle Hauptkomponenten im vorhandenen Bauraum unterzubringen, musste der Nutzfahrzeugspezialist den Radkopf der Vorderachse komplett neu konstruieren. Das erfordert unter anderem den Einsatz stabilerer Radlager, neuer Radnaben und geänderter Achsschenkel mit entsprechenden Ölkanälen. Daraus ergibt sich die zulässige Vorderachslast von acht Tonnen.

Zuverlässiges System mit geringem Wartungsaufwand

Der PXP-Antrieb zeichnet sich durch einfache Wartung aus. Für einen problemlosen Austausch der Rohre, Schläuche, Verbindungen und Kupplungen für die Hydraulikanlage hat DAF auf Standardkomponenten zurückgegriffen. Das hat wiederum den Vorteil, dass jede DAF-Werkstatt in der Lage ist, das System zu warten und bei Schäden schnell zurück auf die Straße zu bringen. Spezialwerkzeug ist dazu nicht nötig. Alle Hydraulikleitungen und -schläuche befinden sich solide verlegt und stoßsicher unter der rechten Rahmenseite. DAF verspricht sich von der Eigenentwicklung ein zuverlässig wie effizient arbeitendes System mit verbessertem Serviceangebot über das gesamte DAF Händler- und Servicenetz in Deutschland sowie ein höheres Absatzvolumen für seinen neuen hydrostatischen Vorderachsantrieb.

Kunden, die bereits einen DAF mit Xtra Power im Einsatz haben oder testen konnten, zeigen sich begeistert von den Fahreigenschaften des Fahrzeugs. Die praxisgerechte Kombination aus Geländegängigkeit und niedrigem Verbrauch beim Straßentransport überzeugt das Bau- und Baunebengewerbe.

 

Technische Daten PXP-Antrieb

Hersteller:                                                  Paul Nutzfahrzeuge für DAF

Radmotorenlieferant:                                Poclain Hydraulics

Kolbenanzahl:                                            10

Schluckvolumen:                                      1.248 cm3

Max. Drehmoment Radmotoren:              2 x 6.435 Nm

Hydraulikpumpe:                                       Kolben-Hydraulikpumpe TXV130

Nebenantrieb:                                            Motor (auf 13 Uhr), direkt an PTO

Hydraulikkreis:                                          offen

Max. Betriebsdruck:                                  360 bar

Öltankgröße:                                             65 Liter

Ölmenge im System:                                55 Liter

Ölkühler:                                                    ja, in Kompakteinheit integriert

Leitungen:                                                  Rohr / Schlauch

Arbeitsbereich in km/h:                             0 bis 20 km/h

Arbeitsbereich Gänge:                              1 bis 4 (spezifikationsabhängig)

Aktivierung:                                               manuell über Tastschalter

Stand-by-Modus:                                      immer (bis manuelle Abschaltung)

Lieferbar für Lkw-Modelle:                        DAF CF / DAF XF

Lieferbar für Motortyp:                              PACCAR MX-13

Lieferbar für Automatikgetriebe:               ja (nicht für manuelles Getriebe)

Lieferbar für Achskonfiguration:               4x2 (andere Varianten folgen)

Zusatzgewicht:                                          540 kg

 

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Max Franz
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